11,3 g Pro Core je 10 L in der einen metrischen Athena-Tabelle, 12,2 g in der anderen – und wer den 10-L-Wert versehentlich als g/L liest, setzt die zehnfache Konzentration an. Im Zelt mit einem bis drei Töpfen gibt es keinen Mittelwert aus zwanzig Pflanzen, der einen solchen Rechenfehler verdeckt: Jede Abweichung landet in einem einzelnen Wurzelraum und zeigt sich dort als Salzstress, der wie Nährstoffmangel aussieht. Nach diesem Artikel kannst du Pro Line und Blended Line sauber auf 5, 10 und 20 L umrechnen, einen Topf von Hand reproduzierbar bewässern und einen Lockout in fester Reihenfolge prüfen, statt bei jedem gelben Blatt mehr Dünger zu geben.
Der Praxisplan führt vom Steckling oder Sämling über Handbewässerung bis zum Finish. Alle EC- und Dosierwerte sind Herstellerangaben aus den jeweils genannten Athena-Tabellen; wo die Unterlagen keinen Wert liefern, steht hier keine erfundene Zahl, sondern ein gekennzeichneter Praxiskorridor.
Das Wichtigste für Schnellleser
- Eine Linie, eine Tabelle, ein Messgerät. Homegrow Blended nennt für Veg EC 2,1, die Pro-Handwasser-SOP EC 3,0; wer beide Programme mischt, hat keinen Bezugswert mehr.
- Kleinmengen proportional rechnen, Einheit danebenschreiben. Tabellenmenge × Batchvolumen ÷ 10 L: Aus 11,3 g Core je 10 L werden 5,65 g für 5 L und 22,6 g für 20 L, nie 11,3 g je Liter.
- Morgens gießen, 10–25 % Runoff, über Nacht abtrocknen. So beschreibt die Pro-Handwasser-SOP eine Handgabe; das Topfgewicht ersetzt dabei den Feuchtesensor.
- Runoff-EC ist Referenz, nicht Wurzelraumwert. Athena empfiehlt für vergleichbare Proben rund 10 % des Topfvolumens etwa mittags nach der Bewässerung; der erste Tropfen nach langem Dryback misst konzentrierte Salze.
- Gelbe Blätter heißen nicht automatisch mehr Dünger. Hohe EC macht das osmotische Potenzial negativer und bremst die Wasseraufnahme; Lockout sieht wie Mangel aus, und eine höhere Dosis verschärft ihn.
- Drei Pflanzen, verschlossen gelagert. § 9 KCanG erlaubt höchstens drei Pflanzen gleichzeitig je volljähriger Person am Wohnsitz; Pulver, Konzentrate und Lösungen gehören beschriftet außer Reichweite von Kindern.
Inhaltsverzeichnis
- Ausgangslage: kleines Zelt und Handbewässerung
- Einkaufsliste und Mess-Setup
- Wasser vorbereiten
- Kleinmengen anmischen
- Wochenplan von Steckling bis Finish
- Handbewässerungs-SOP
- Kontrollroutine
- Lockout-Diagnose
- Spülen und Cleanse am Ende
- Zehn typische Fehler und ihre Korrektur
- Rechtlicher Rahmen und sichere Lagerung
- Häufige Fragen
- Weiterlesen im Grow-Handbuch
- Von der Frage zur Auswahl
- Quellen
Ausgangslage: kleines Zelt und Handbewässerung
Für ein Zelt mit 60–120 cm Breite und wenigen Töpfen existiert kein vollständig ausgearbeiteter Athena-Sonderplan, der jede Sorte, Topfgröße und Wasserquelle abdeckt. Das Homegrow-Handbuch ist laut Hersteller für kleine Räume gedacht und soll bis auf eine einzelne Pflanze skalieren. Seine Programmabfolge umfasst zwei Wochen Start, vier Wochen Wachstum, sieben Wochen Blüte, zwei Wochen Finish sowie vier Wochen Trocknung und Aushärtung. Das ist ein Schema, keine Zusage, dass jede Kultur exakt diese Dauer benötigt.
Die erste Systementscheidung ist das Medium. Coco speichert Wasser mittelstark und reagiert moderater; torfbasierte Mischungen halten mehr Wasser und trocknen tendenziell langsamer. Steinwolle trocknet schneller und reagiert empfindlicher auf Änderungen.
„Erde“ ist keine einheitliche Kategorie: Organisch angereicherte Erde und torfbasierte, nährstoffarme Mischungen verhalten sich verschieden. Für gelegentliche Handbewässerung ist ein stärker wasserhaltendes Medium oft weniger empfindlich gegenüber kurzen Zeitverschiebungen als ein schnell reagierendes Medium. Das ist ein Praxiskorridor, kein garantierter Leistungsrang.
Wähle eine Produktlinie und die dazugehörige aktuelle Tabelle. Die EC (elektrische Leitfähigkeit, angegeben in mS/cm; 1 EC = 1 mS/cm) ist das Summenmaß aller gelösten Salze in der Lösung. Die Homegrow-Blended-Tabelle nennt für Veg-Woche 1–4 EC 2,1; die Pro-Handwasser-SOP nennt EC 3,0 für Veg und viele Blütewochen, ohne in dem Auszug eine EC-Einheit auszuweisen. Das sind unterschiedliche Programme und keine direkt vergleichbaren Empfehlungen. Ein geeigneter Athena-Dünger-Plan für drei Pflanzen bedeutet daher nicht, dieselbe Wassermenge oder Dosis an jeden Topf zu geben, sondern die Rezeptur korrekt anzusetzen und die Bewässerung individuell zu beobachten.
Die Herstellerseiten nennen Phasenwerte für Temperatur, Luftfeuchte, Lichtplan und VPD, veröffentlichen die konkreten Homegrow-Sollwerte im hier beschriebenen Auszug jedoch nicht vollständig. Übernimm deshalb keine Zahlen aus unklar beschrifteten Tabellenbildern. Messe PPFD und Klima am Blätterdach, wenn du diese Stellgrößen steuern willst. Für den Düngestart gilt dasselbe Prinzip wie im Artikel zur Sämlingspflege: In vorgedüngter Erde ist der Nährstoffvorrat bereits vorhanden, in Coco oder Steinwolle beginnt die Athena-Tabelle dagegen ab dem Einsetzen mit der Stecklingslösung.
Herleitung: Athena Homegrower-Handbuch; Athena-Übersicht zu Substraten.
Einkaufsliste und Mess-Setup
Für reproduzierbare Kleinmengen brauchst du kein Dosierlabor, aber Messgeräte, deren Auflösung zu deinem Ansatz passt. Eine 20-L-Kanne und ein Messbecher mit grober Skalierung sind für einen 1-L-Testansatz ungeeignet. Kleine Volumina lassen sich genauer mit einer Waage für Pulver oder einer fein skalierten Spritze für Flüssigprodukte dosieren.
Messgeräte und Gefäße
- EC-Messgerät mit dokumentierter Anzeigeeinheit und einer Möglichkeit zur regelmäßigen Kalibrierung.
- pH-Messgerät mit passender Aufbewahrung und Kalibrierlösung nach Geräteanleitung.
- Waage für Pro-Line-Pulver; für die kleinsten Mengen sollte die Anzeigeauflösung zur abgewogenen Menge passen.
- Saubere, graduierte Gefäße für 5, 10 und 20 L sowie eigene Dosierspritzen für Flüssigprodukte.
- Messbecher oder Auffangschalen für Runoff; beschrifte Messproben mit Topf, Datum und Uhrzeit.
- Notizbuch oder Tabelle für Wasserquelle, Input-EC, Input-pH, Gießmenge, Drain, Runoff-EC und Topfgewicht.
EC-Geräte zeigen je nach Einstellung entweder EC oder einen daraus berechneten ppm-Wert an. EC 3,0 entspricht auf einer 500er-Skala 1.500 ppm, auf einer 700er-Skala 2.100 ppm. Ppm-Angaben ohne Skalenhinweis sind daher mehrdeutig. Wo möglich, protokolliere EC in mS/cm und verwende für alle Vergleiche dasselbe Gerät.
Was du nicht zusammenlegen solltest
Pro Line wird laut Athena als getrennte Konzentratlösungen vorbereitet. Core und Grow beziehungsweise Bloom dürfen nicht gemeinsam als hoch konzentrierte Stammlösung angesetzt werden. Calcium und Phosphat können bei hoher lokaler Konzentration schwerlösliche Feststoffe bilden. Bei Blended gilt ebenfalls: A und B nicht unverdünnt miteinander vermengen. Jede Komponente wird einzeln in Wasser verteilt, bevor die nächste hinzukommt.
| Werkzeug | Wofür | Kontrollpunkt |
|---|---|---|
| EC-Messgerät | Ausgangswasser, Nährlösung, Runoff | Einheit mS/cm protokollieren |
| pH-Messgerät | Fertige Nährlösung und Vergleichsproben | Nach vollständigem Mix messen |
| Waage | Pro-Line-Pulver | Auflösung passend zur Zielmenge |
| Messspritze | Blended-Flüssigprodukte | A und B separat dosieren |
| Waage für Töpfe | Dryback im Handbetrieb verfolgen | Jeden Topf einzeln vergleichen |
Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.
Herleitung/Quelle: Athena-Pro-Line-Konzentratverfahren; Athena-Pro-Handwasser-SOP.
Wasser vorbereiten: Osmose oder Leitungswasser
Osmosewasser (RO, durch Umkehrosmose weitgehend entsalztes Wasser mit EC nahe 0) ist laut Herstellerhinweisen eine Option, wenn du die Mineralfracht des Ausgangswassers reduzieren möchtest. Für Pro-Line-Konzentrate wird RO-Wasser ausdrücklich empfohlen. Leitungswasser kann ebenfalls Mineralien beitragen; der EC-Wert allein zeigt aber weder die Alkalinität noch die einzelnen enthaltenen Ionen. Nutze bei unbekanntem oder stark schwankendem Wasser Versorgerdaten oder eine Wasseranalyse, statt CaMg blind zusätzlich zu dosieren.
CaMg und Ausgangswasser
Der Homegrow-Blended-Auszug nennt in der Veg-Tabelle 8–13 mL CaMg je 10 L. Das ist ein Wert der konkreten Rezeptur und keine pauschale Aufforderung, diese Menge zusätzlich zu jedem Leitungswasser zu geben. Die Basen enthalten ebenfalls Calcium und Magnesium; ein Zusatz erhöht außerdem die Gesamt-EC. Bei weichem oder RO-Wasser prüfe das passende Etikett und die gültige Tabelle, miss den fertigen Ansatz und beobachte die Kultur. Bei hartem Wasser oder unbekannter Mineralfracht dosiere nicht nach Vermutung.
Temperatur und Vorlauf
Die Notizen geben keine allgemeine Zieltemperatur für fertig gemischte Nährlösung an. Verwende Wasser, dessen Temperatur sich nicht deutlich von der Umgebung und dem Medium unterscheidet, und dokumentiere sie, wenn du wiederkehrende Abweichungen untersuchst. Für den Vorlauf gilt: Gefäß mit Wasser füllen, Produkte nacheinander vollständig einrühren, Endvolumen herstellen und erst dann EC und pH messen. Bei Konzentratansätzen folgt das Wasser- und Endvolumenverfahren der spezifischen Pro-Line-Anleitung; die Dosierreferenz muss zur tatsächlich angesetzten Stockkonzentration passen.
Der Homegrow-Auszug verweist für die vollständige Mischreihenfolge auf die entsprechende Handbuchseite. Wo diese Reihenfolge nicht vorliegt, erfinde keine zusätzlichen Schritte: Etikett und aktuelle Originaltabelle haben Vorrang. Bei Blended nennt der verbreitete Chartablauf Grow B vor Grow A sowie Bloom B vor Bloom A; jede Gabe wird zunächst im verdünnten Ansatz verteilt.
Herleitung: Athena-Leitfaden zu Aufnahmehemmung und Wasserqualität; Athena-Dosierreferenz für Pro-Line-Konzentrate.
Kleinmengen anmischen: 5, 10 und 20 L
Für die Umrechnung einer Tabellenmenge gilt: Dosis für das Tabellenvolumen mit dem Verhältnis aus gewünschtem Batchvolumen und Tabellenvolumen multiplizieren. Bei den nachfolgenden Pro-Line-Beispielen stammen die Zahlen aus zwei unterschiedlichen EC-3-Tabellenfassungen. Wähle eine passende Version und mische sie nicht miteinander.
Formel
Zielmenge = Tabellenmenge × Batchvolumen ÷ Tabellenvolumen
Beispiel: 11,3 g Core je 10 L für 5 L: 11,3 × 5 ÷ 10 = 5,65 g. Für 20 L: 11,3 × 20 ÷ 10 = 22,6 g. Das sind Tabellenumrechnungen, keine Garantie für einen bestimmten End-EC bei jedem Wasser.
Pro Line: Gramm je Batch
| Tabellenfassung | Produkt je 10 L | 5 L | 10 L | 20 L |
|---|---|---|---|---|
| EC-3-Plan A | Core 11,3 g | 5,65 g | 11,3 g | 22,6 g |
| EC-3-Plan A | Grow oder Bloom 19,0 g | 9,5 g | 19,0 g | 38,0 g |
| EC-3-Plan B | Core 12,2 g | 6,1 g | 12,2 g | 24,4 g |
| EC-3-Plan B | Grow oder Bloom 20,3 g | 10,15 g | 20,3 g | 40,6 g |
Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.
Herleitung/Quelle: metrische EC-3-Tabellen von Athena Schweiz und einer abweichenden zweiten metrischen Chartfassung des Herstellers (1,22/2,03 g/L, über Händlerseiten verbreitet, ohne Link). Die Abweichung macht den Abgleich von Produkt, Chartversion und Konzentratbezug erforderlich.
Für 1 L ergäben sich rechnerisch nach Plan A 1,13 g Core und 1,90 g Grow oder Bloom, nach Plan B 1,22 g und 2,03 g. So kleine Mengen erfordern eine Waage mit 0,01-g-Auflösung; eine Küchenwaage mit 1-g-Schritten kann bei 1,13 g um bis zu 0,5 g danebenliegen, also um mehr als 40 % der Zielmenge. Die Pro-Line-Tabelle ist außerdem nicht automatisch dieselbe wie ein direktes Handwasserprogramm mit fertig gelösten Konzentraten. Für Stammlösungen darfst du die Grammwerte nicht einfach als Milliliterwerte verwenden.
Blended Line: Milliliter je Batch
Der Homegrow-Auszug nennt für Veg-Woche 1–2 je 10 L 29 mL Grow A und 29 mL Grow B sowie 8–13 mL CaMg. Die gleiche proportionale Rechnung (29 × 5 ÷ 10 = 14,5 mL; 29 × 20 ÷ 10 = 58 mL) ergibt:
| Batch | Grow A | Grow B | CaMg laut Tabelle | Bloom-Zusatz laut Homegrow-Auszug |
|---|---|---|---|---|
| 5 L, Veg W1–W2 | 14,5 mL | 14,5 mL | 4–6,5 mL | keiner ausgewiesen |
| 10 L, Veg W1–W2 | 29 mL | 29 mL | 8–13 mL | keiner ausgewiesen |
| 20 L, Veg W1–W2 | 58 mL | 58 mL | 16–26 mL | keiner ausgewiesen |
| 10 L, Veg W3 | 29 mL | 29 mL | 8–13 mL | Bloom A und B je 13 mL |
| 10 L, Veg W4 | 29 mL | 29 mL | 8–13 mL | Bloom A und B je 26 mL |
Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.
Herleitung/Quelle: Athena Homegrower-Handbuch. Eine andere wiedergegebene Tabelle führt in Veg-Woche 1–4 Grow A/B, aber keinen Bloom-Anteil. Prüfe daher die zum Gebinde passende vollständige Originaltabelle.
Mischreihenfolge und Endkontrolle
- Batchvolumen festlegen und sauberes Wasser in das Gefäß geben.
- Bei Pro Line die einzelnen Konzentrate getrennt ansetzen und deren Dosierreferenz prüfen. Beim Fütterungstank jedes Konzentrat einzeln zugeben; zwischen den Komponenten gründlich mischen.
- Bei Blended zuerst Wasser vorlegen, dann in der Chartreihenfolge Grow B vor Grow A beziehungsweise Bloom B vor Bloom A einzeln einmischen. Zusätze nur ergänzen, wenn die passende Tabelle sie vorsieht.
- Auf das vorgesehene Endvolumen auffüllen und homogenisieren.
- EC und pH der fertigen Lösung messen und zusammen mit Ausgangswasser, Produktlinie und Rezeptur notieren. Nicht mit Balance, Säure oder zusätzlichem CaMg nach Gefühl auf einen Zielwert „nachhelfen“.
Für Pro Line nennt eine metrische Anleitung etwa 15–45 Minuten zum Lösen und anschließend 1–2 Minuten Nachmischen. Die konkrete Auflösung hängt von Produkt und Verfahren ab. Mehrere Pro-Line-Pulver gemeinsam in einer einzigen konzentrierten Lösung anzusetzen ist dagegen keine geeignete Abkürzung.
Wochenplan von Steckling bis Finish
Die folgende Übersicht trennt Programmwerte von Bewässerungspraxis. Wo die Herstellerunterlagen keinen einheitlichen Wochenwert oder keine Handgießmenge liefern, steht keine erfundene Zahl. EC ist jeweils der angegebene Programmwert, nicht automatisch ein Sollwert für jeden Ausgangswasser- und Wurzelraumzustand.
| Phase | EC und pH aus den Tabellen | Gießmenge und Runoff | Dryback im Handbetrieb |
|---|---|---|---|
| Steckling oder Sämling, Start | Homegrow-Schema beginnt mit Startphase; kein vollständiger, universeller EC-Wochenplan im Auszug. Blended-Chart-Zusammenfassung nennt für Clone EC 1,0 beim Pre-soak und 2,0 beim Feed; pH 5,6 in einer Chartquelle. | Nach Medium, Topfgröße und Wurzelentwicklung bemessen; kein pauschales Litermaß. | Topfgewicht und Durchfeuchtung beobachten; keine feste Prozentvorgabe für alle Medien. |
| Veg W1–W2 | Homegrow Blended: EC 2,1; pH Coco/Steinwolle 5,8–6,2, Torf 6,0–6,4. | Pro-Handwasser-SOP nennt etwa 10–25 % Runoff für die morgendliche Gabe; nicht als zwingendes Ziel für jedes Zelt verstehen. | Über Nacht passend abtrocknen lassen. Topfgewicht als individuellen Vergleich nutzen. |
| Veg W3–W4 | Homegrow Blended-Auszug weiterhin EC 2,1; in diesem Auszug Bloom-Zusatz W3 und W4. Andere Tabelle weicht bei Bloom in der Veg ab. Pro-Line-Substrat-EC laut Athena 3–5 mS/cm (Porenwasser, nicht Feed-EC). | Volumen langsam verteilen; Drainage und Runoff messen, nicht durch häufige tägliche Gaben eine ungeeignete Topfgröße ausgleichen. | Dryback nicht nach kommerziellen Prozenten erzwingen; Verlauf je Topf protokollieren. |
| Stretch | Pro-Line-Handwasserplan nennt EC 3,0 in den aufgeführten Wochen; Einheit im SOP-Auszug fehlt. Pro-Line-Substrat-EC: 4–10 mS/cm als phasenbezogene Herstellerorientierung, nicht Feed-EC. | 10–25 % Runoff als SOP-Richtwert; Pflanzen- und Topfreaktion mitbeurteilen. | Kein automatischer P0–P3-Zeitplan beim Handgießen. Größere Drybacks können Wurzelraum-EC erhöhen. |
| Bulk | Pro-Line-Substrat-EC laut Athena 3,5–6 mS/cm; das ist Porenwasser-/Substrat-EC, nicht die EC im Gießwasser. | Runoff-Trend messen; Runoff-EC ist nur indirekte Referenz. | Wasserverlust bis zur nächsten Gabe über Topfgewicht verfolgen, ohne Welke als Ziel zu setzen. |
| Finish | Pro-Line-Substrat-EC 3–4 mS/cm als Herstellerorientierung. Blended-Chart-EC sinkt in späteren Blütewochen; Werte sind chartabhängig. | Eine Endspül-Tabelle für Blended nennt RO plus Cleanse; Details siehe Abschnitt Spülen. | Keine starre Wochenzahl für den Topf-Dryback ableiten. |
| Fade beziehungsweise letzte Phase | Pro-Line-Chart ersetzt in bestimmten Fassungen Core in den letzten Wochen durch Fade; Blended-Fade-Dosis ist nicht gleich belegt. | Nur die passende Produkt- und Linienanleitung verwenden. | Keine Pro-Line-Dosis auf Blended übertragen. |
Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.
Herleitung/Quelle: Pro-Handwasser-SOP; Athena-EC-Leitfaden; metrische Blended-Tabelle (Athena Support).
Die Pro-Handwasser-Tabelle und die Homegrow-Blended-Tabelle sind nicht austauschbar: Im Homegrow-Auszug beträgt der Veg-EC 2,1; die Pro-Line-Handwasser-SOP führt 3,0. Zudem enthält der Pro-Auszug keine EC-Einheit. Für dein Zelt gilt die Tabelle, die zu Produktlinie, Produktform, Messgerät und Medium passt. Verändere nicht gleichzeitig Rezeptur, Runoff und Dryback, wenn du den Grund einer Reaktion verstehen willst.
Handbewässerungs-SOP: Zeitpunkt, Shots und Topfgewicht
Die Pro-Handwasser-SOP empfiehlt grundsätzlich die morgendliche Gabe. Das passt zur täglichen Beobachtung des Wasserverbrauchs, bedeutet aber nicht, dass jeder Topf genau zur gleichen Uhrzeit bewässert werden muss. Prüfe vor dem Gießen, ob der Topf über Nacht passend abgetrocknet ist und ob Medium, Pflanzenentwicklung und vorherige Drainage zur nächsten Gabe passen.
- Vor Licht an oder zu Beginn des Lichttages: Topfgewicht, Oberflächenzustand und Ablaufkontrolle prüfen. Notiere, wenn ein Topf deutlich schwerer oder leichter ist als die anderen.
- Wasser ansetzen: Eine gültige Linie und Wochenrezeptur verwenden. Nach vollständigem Mischen Input-EC und pH messen. Das Gießwasser nicht allein nach der Blattfarbe verändern.
- Langsam verteilen: Die Oberfläche gleichmäßig benetzen und Wasser nicht in einem einzigen Schwall an eine Stelle geben. So reduzierst du trockene Zonen und bevorzugte Ablaufkanäle.
- Runoff beobachten: Die Pro-Handwasser-SOP nennt ungefähr 10–25 % Runoff. Das ist ein Richtbereich für ihren Handwasser-Kontext, kein universelles Tagesziel für jedes Medium, jede Phase und jeden Topf.
- Abtropfen lassen: Ablaufwasser auffangen und den Topf nicht dauerhaft im Untersetzer stehen lassen. Menge und Erscheinungsbild des Runoffs notieren.
- Bis zur nächsten Gabe vergleichen: Topf erneut wiegen oder anheben. Die Gewichtsänderung ist ein Näherungsmaß für den Wasserverlust, kein direkter Messwert für Substrat-EC oder Wurzelgesundheit.
Shot-Größe ohne Automation
Der Präzisionsleitfaden nennt für automatisierte P1-Bewässerung (P1 ist die Aufsättigungsphase nach Licht an, in der das Substrat in Teilgaben auf seinen Zielwassergehalt gebracht wird) mehrere Shots von 2–6 % des Substratvolumens in Abständen von 15–30 Minuten. Diese Vorgabe ist keine kalibrierte Handgießformel für kleine Töpfe. Bei manueller Bewässerung kannst du das Prinzip übertragen: kleine, gleichmäßige Portionen geben, kurz beobachten, ob die Oberfläche Wasser annimmt, und erst dann fortfahren. Für eine verbindliche manuelle Wartezeit oder Portion pro Topf gibt es keinen universellen Zahlenwert in den genannten Tabellen.
Die SOP rät davon ab, einen Topf, der über Nacht nicht passend abtrocknet, durch mehrere Handgießtermine pro Tag zu kompensieren. Prüfe stattdessen Topfgröße, Substrat, Drainage, Wurzelmasse und Klima. Anhaltende Sättigung kann den Gasaustausch im Wurzelraum verschlechtern, weil wassergefüllte Poren den Sauerstoffnachschub zu den Wurzeln begrenzen; starke Austrocknung kann umgekehrt Salze im verbleibenden Porenwasser konzentrieren, weil Wasser schneller entzogen wird als Ionen aufgenommen werden.
Herleitung: Athena-Leitfaden „Precision Irrigation Strategy“ (Herstellerdokument, nur über Händlerseiten abrufbar, daher ohne Link); Athena-Erklärung zu Bewässerungsphasen und Dryback.
Kontrollroutine: Input, Runoff, Blattbild und Toleranzen
Vergleiche nur Messungen, die du unter ähnlichen Bedingungen erhoben hast. Notiere bei jeder Probe Medium, Topf, Uhrzeit, Input-EC, Input-pH, gegossenes Volumen und Runoff-Menge. Eine einzelne hohe Runoff-EC nach einer längeren Trockenphase kann durch konzentrierte Salze entstehen und ist nicht automatisch ein Beweis, dass die gesamte Wurzelraumlösung dauerhaft denselben Wert hat.
Runoff-EC richtig messen
Athena beschreibt Substrat-EC als näher an der tatsächlichen Wurzelraumlage und Runoff-EC als Referenz zur Plausibilisierung. Für vergleichbarere Runoff-Proben nennt der EC-Leitfaden eine Entnahme ungefähr zur Mittagszeit nach erfolgter Bewässerung und rund 10 % des Topfvolumens. Diese Probenmenge dient der Messung, sie ist kein Runoff-Zielwert. Vergleiche nicht den ersten konzentrierten Tropfen nach einem langen Dryback mit einer späteren, stabilisierten Probe.
Runoff-EC ist abhängig davon, wie Wasser durch das Medium gelaufen ist und wie stark es sich dabei verdünnt hat. Wenn ein zuverlässiger Sensor für Substrat-EC verfügbar ist, liegt dieser näher an der Wurzelraumlösung. Ohne Sensor ist ein standardisierter Runoff-Trend hilfreicher als ein isolierter Messpunkt.
| Kontrolle | Zeitpunkt | Was du protokollierst | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Input-EC und pH | Nach vollständigem Mischen, vor dem Gießen | Wasserquelle, Produktlinie, EC, pH | Referenz für den angesetzten Input |
| Topfgewicht | Vor dem Gießen und nach freiem Abtropfen | Gewicht je Topf | Trend des Wasserverlusts, keine EC-Messung |
| Runoff-EC und pH | Bei gleichbleibendem Ablauf; möglichst vergleichbare Proben | Uhrzeit, Volumen, EC, pH | Indirekte Referenz, nicht gleich Porenwasser-EC |
| Blattbild | Regelmäßig, gleiche Perspektive | Alte oder junge Blätter, oben oder unten, Muster | Hinweis zur Diagnose, kein alleiniger Beweis |
| Pro-SOP-Toleranz | Im Zusammenhang mit dem Plan | ±1 EC und ±10 % des Dryback-Ziels | Hersteller-SOP-Toleranzen, keine universellen Grenzwerte |
Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.
Herleitung/Quelle: Athena-Leitfaden zu EC und Runoff; Pro-Handwasser-SOP.
Die ±1-EC- und ±10-%-Angaben der SOP sind Toleranzen innerhalb dieses Protokolls. Sie sind keine pauschalen Schadensschwellen. Auch der im EC-Leitfaden genannte Zusammenhang zwischen Substrat- und Runoff-EC lässt sich nicht als identische Messung lesen. Verwende Werte immer zusammen mit Topfgewicht, Pflanzenreaktion, pH-Trend und Wasserquelle.
Lockout-Diagnose nach Athena
Ein Nährstoff-Lockout beschreibt eine eingeschränkte Aufnahme oder Nutzung, obwohl ein Element im Medium vorhanden sein kann. Bei hoher EC wird das osmotische Potenzial der Wurzelraumlösung negativer; vereinfacht gilt für verdünnte Lösungen Ψs ≈ −iCRT (i: Zahl der Teilchen je gelöstem Molekül, C: Konzentration, R: Gaskonstante, T: absolute Temperatur). Je negativer Ψs, desto kleiner der Wasserpotenzialgradient, der Wasser in die Wurzel treibt; Transpiration, Wasseraufnahme und der Transport von Nährstoffen mit dem Wasserstrom können dadurch nachlassen. Mehr Dünger erhöht C und verschärft genau diesen Zustand. Gelbe Blätter sind deshalb kein ausreichender Grund, die Dosis sofort anzuheben.
Diagnose in einer festen Reihenfolge
- Symptome lokalisieren: Notiere, ob alte oder junge Blätter betroffen sind, ob Schäden oben nahe der Leuchte auftreten und ob mehrere Töpfe gleich reagieren. Das Muster grenzt Hypothesen ein, beweist sie aber nicht.
- Wasserverlauf prüfen: Vergleiche Topfgewicht, letzten Gießzeitpunkt, Drainage und mögliche lange Trocken- oder Nässephasen. Zu starke Trockenheit kann Salze konzentrieren; anhaltende Sättigung kann die Wurzelbelüftung verschlechtern.
- Input kontrollieren: Miss EC und pH der fertig gemischten Lösung. Prüfe, ob tatsächlich die richtige Produktlinie, Tabelle und Mischreihenfolge verwendet wurden.
- Wurzelraumtrend bewerten: Vergleiche wiederholte Runoff-Proben unter ähnlichen Bedingungen oder nutze, falls vorhanden, einen verlässlichen Substrat-EC-Sensor. Ein einzelner hoher Ablaufwert ist kein hinreichender Beleg für eine dauerhafte Salzansammlung.
- pH-Stabilität prüfen: Miss nach dem vollständigen Einmischen und protokolliere den Verlauf. Athena betont Stabilität und warnt davor, kleine Abweichungen durch häufiges, starkes Nachregeln zu einem zusätzlichen Problem zu machen.
- Antagonismen mitdenken: Athena nennt hohe K-Versorgung als möglichen Gegenspieler der Ca- und Mg-Aufnahme sowie hohe Ca-Versorgung als möglichen Gegenspieler der Mg-Aufnahme. Das sind qualitative Zusammenhänge, keine Grundlage für ein pauschales Verhältnisrezept.
- Eine Korrektur wählen: Wenn die Wurzelraum-EC wiederholt hoch ist, nennt Athena für Erde und Coco mehr Bewässerungsvolumen und ausreichenden Runoff, fortlaufende EC-Kontrolle und anschließend eine vorsichtige Rückkehr zur normalen Fütterung. Korrigiere nicht gleichzeitig pH, Dünger, Licht und Bewässerungsrhythmus.
Athena berichtet außerdem einen internen pH-Vergleich bei 4,8 und 5,8 ohne bedeutsame Unterschiede in den beschriebenen Bedingungen. Details zu Substrat, Genetik, Dauer, Wiederholungen und Rezeptur reichen im Auszug nicht für eine Übertragung auf jedes Medium. Verwende diesen Versuch daher nicht als Begründung, beliebige pH-Werte anzustreben; halte dich an die zur Linie und zum Medium passende Tabelle.
Studienbefund: Athenas pH-Vergleich ist ein interner, nur teilweise beschriebener Versuch, kein vollständig dokumentiertes unabhängiges Experiment. Er liefert keine universelle pH-Freigabe. Die praktische Entscheidung bleibt die stabile Messung im passenden Medium und die Beobachtung des Verlaufs.
Herleitung: Athena-Leitfaden zu Nährstoffaufnahme und Lockout; Athena-EC-Leitfaden.
Spülen und Cleanse am Ende
Cleanse ist in der Blended-Produktbeschreibung für Leitungs- und Ablagerungspflege vorgesehen und ersetzt keine vollständige Nährstoffversorgung. Die bereitgestellte Blended-Chart-Zusammenfassung nennt für den Flush 2,6 mL/L Cleanse in RO-Wasser, eine sehr niedrige EC unter 0,1 sowie pH 6,0–6,4. Der Chart nennt für Coco die letzten drei Tage und für Steinwolle den letzten Tag. Diese Angaben gehören zu genau dieser Chartfassung und sind kein allgemeines Rezept für Erde oder jede Produktlinie.
- Prüfe, ob deine Produktlinie und das Medium zur Endphasen-Tabelle passen.
- RO-Wasser und Cleanse nach der passenden Blended-Anweisung ansetzen; EC und pH der fertigen Mischung messen.
- Bei Coco die in der Chartfassung genannten letzten drei Tage, bei Steinwolle den letzten Tag als Phasenangabe betrachten. Pflanzenzustand und tatsächliche Laufzeit bleiben entscheidend.
- Runoff und EC-Verlauf protokollieren. Einen niedrigen EC-Wert des Ablaufs nicht als alleinigen Nachweis interpretieren, dass das Medium vollständig ausgeglichen ist.
Die Pro-Handwasser-SOP nennt an anderer Stelle 10 mL Cleanse je Gallone RO-Wasser für einen 4–7-tägigen Flush, abhängig von Genetik und Pflanzenzeichen. Das ist eine Pro-Line-Handwasserangabe und darf nicht mit der Blended-Anweisung von 2,6 mL/L zusammengeführt werden. Nutze nicht beide Rezepte nacheinander, sondern entscheide anhand der tatsächlich verwendeten Linie und des passenden Plans. Für Erde liefern die genannten Flush-Werte keinen automatisch passenden Ablauf.
Herleitung: metrischer Blended-Wochenplan des Herstellers (Athena Support); Pro-Handwasser-SOP.
Zehn typische Fehler im Hobbyzelt mit Athena
- Pro- und Blended-EC vermischen. Die Tabellen gehören zu verschiedenen Linien. Wähle eine Linie und verwende deren Rezeptur und Messkontext.
- g/10 L als g/L lesen. Teile einen Wert je 10 L durch zehn. Schreibe Einheit und Batchvolumen direkt neben jede Dosis.
- Abweichende Pro-Charts zusammenrechnen. 11,3/19 g je 10 L und 12,2/20,3 g je 10 L stammen aus verschiedenen Fassungen. Wähle eine passende Tabelle, statt Mittelwerte zu bilden.
- CaMg jedem Leitungswasser zusätzlich zugeben. Die Dosis in der Homegrow-Tabelle ist kein allgemeiner Zusatzbefehl. Ausgangswasser und Gesamt-EC berücksichtigen.
- A und B als Konzentrat zusammenkippen. Jedes Produkt einzeln in Wasser verteilen. Konzentrierte Bestandteile können ausfallen, wenn sie direkt zusammentreffen.
- Den ersten Runoff-Tropfen als Wurzelraumwert behandeln. Trockenheit kann Salze konzentrieren. Probe und Messzeitpunkt standardisieren.
- Bei gelben Blättern sofort stärker düngen. Erst EC, pH, Feuchte, Drainage und Wurzelzone prüfen. Aufnahmehemmung kann wie ein Mangel aussehen.
- pH ständig nachregeln. Erst vollständig mischen, dann messen. Häufige große Korrekturen erschweren die Ursachenanalyse.
- Mehrmals täglich von Hand gießen, um einen Topf zu retten. Prüfe Topfgröße, Substrat, Drainage und Dryback, statt ungeeignete Trocknung mit zusätzlichen Gaben zu überdecken.
- Pro-Line-Fade oder Cleanse auf Blended übertragen. Produktnamen allein machen Raten nicht austauschbar. Verwende ausschließlich die passende Produkt- und Tabellenfassung.
Ein häufiger Zusatzfehler ist, Licht und Bewässerung gleichzeitig stark zu verändern. Mehr Licht kann den Wasserverbrauch verändern; beobachte nach einer Änderung das Topfgewicht und passe den Handgießrhythmus anhand des tatsächlichen Verlaufs an, nicht anhand einer festen Literzahl.
Rechtlicher Rahmen und sichere Lagerung
Der Rahmen dieses Praxisplans ist bewusst klein: Nach § 9 KCanG dürfen volljährige Personen am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt gleichzeitig höchstens drei Pflanzen privat anbauen; maßgeblich ist die Zahl gleichzeitig kultivierter Pflanzen, nicht Zeltgröße oder Ertrag. Bewurzelte Stecklinge und Sämlinge zählen dabei als Pflanzen, weshalb du Reserve-Stecklinge nicht zusätzlich stehen lassen solltest. § 10 KCanG verlangt, Pflanzen und Vermehrungsmaterial durch geeignete Maßnahmen vor dem Zugriff Dritter zu schützen, insbesondere vor Kindern und Jugendlichen. Prüfe die aktuelle amtliche Rechtslage vor dem Start; dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Details stehen im Rechtsartikel des Grow-Handbuchs.
Häufige Fragen
Welche Athena-Linie eignet sich für ein kleines Growzelt?
Beide Linien lassen sich auf ein bis drei Pflanzen skalieren; die Herstellerquellen erklären keine davon für kleine Zelte als überlegen. Pro Line ist Pulver und verlangt eine Waage mit 0,01-g-Auflösung für Kleinmengen, Blended Line ist flüssig und wird mit Spritzen in mL dosiert. Entscheidend sind die passende Tabelle, deine Wasserquelle, das Medium und deine Dosiergenauigkeit. Bleibe bei einer vollständigen Linie und vergleiche keine Werte zwischen Pro und Blended.
Kann ich bei Athena EC 3,0 als allgemeines Ziel übernehmen?
Nein. EC 3,0 steht in bestimmten Pro-Line-Plänen und wird in der Handwasser-SOP ohne ausgewiesene Einheit genannt; das Homegrow-Blended-Programm nennt für Veg EC 2,1. EC ist ein Summenmaß aller Ionen und keine Nährstoffanalyse, und sie hängt vom Ausgangswasser ab. Verwende den Wert der Tabelle, die zu deiner Linie gehört, miss die fertige Lösung und protokolliere die Einheit mS/cm.
Wie viel Runoff ist beim Handgießen mit Athena richtig?
Die Pro-Handwasser-SOP nennt etwa 10–25 % Runoff für eine morgendliche Gabe, der Präzisionsleitfaden 8–16 % vegetativ und 1–7 % generativ für automatisierte Bewässerung. Diese Bereiche gehören zu unterschiedlichen Protokollen und sind nicht zu einem Zeltziel zusammenzurechnen. Runoff in Prozent ist abgeflossenes Volumen geteilt durch zugeführtes Volumen mal 100. Beobachte Drainage und EC-Trend unter vergleichbaren Bedingungen.
Muss ich bei Osmosewasser Athena CaMg verwenden?
Nicht automatisch. Die Homegrow-Blended-Tabelle führt 8–13 mL CaMg je 10 L als Bestandteil ihrer Veg-Rezeptur, und die Grunddünger enthalten laut Athena bereits Calcium und Magnesium. Osmosewasser liefert zwar fast keine Mineralien, die korrekte Menge hängt aber von Linie und Tabelle ab. Miss die fertige Mischung und gib die Tabellenmenge nicht zusätzlich zu einer anderen Rezeptur oder zu hartem Leitungswasser.
Bedeutet ein hoher Runoff-EC-Wert immer Salzstress?
Nein. Ein einzelner hoher Wert, besonders nach einem längeren Dryback, kann durch konzentrierte Salze im ersten Ablauf oder durch die Probenahme entstehen. Runoff ist keine direkte Messung des Porenwassers; Athena empfiehlt für vergleichbare Proben rund 10 % des Topfvolumens etwa mittags nach der Bewässerung. Vergleiche wiederholte Proben mit gleicher Methode und prüfe zugleich Input-EC, Topfgewicht und pH, bevor du korrigierst.
Wie lange kann ich fertig gemischte Athena-Nährlösung lagern?
Eine belegte Lagerdauer gibt es nicht: Die herangezogenen Homegrow-Auszüge und die Pro-Handwasser-SOP nennen weder Haltbarkeit noch Lagerbedingungen für fertige Nährlösung oder Stammlösungen. Setze deshalb nur die Menge an, die du am selben Tag verbrauchst, und richte dich bei Konzentraten nach Produktetikett und aktueller Herstelleranleitung. Beschrifte Behälter mit Linie, Rezeptur und Datum und lagere sie verschlossen außer Reichweite von Kindern.
Soll ich bei Mangelsymptomen sofort mehr Athena-Dünger geben?
Nein, nicht bevor du Input und Wurzelraum geprüft hast. Hohe EC, pH-Instabilität, starke Trockenphasen, schlechte Belüftung und Antagonismen wie viel Kalium gegen Calcium und Magnesium können die Aufnahme einschränken, obwohl die Elemente vorhanden sind. Eine zusätzliche Gabe erhöht die EC und verschärft den osmotischen Stress. Für Erde und Coco nennt Athena mehr Volumen mit ausreichend Runoff, EC-Kontrolle und danach die vorsichtige Rückkehr zur normalen Fütterung.
Weiterlesen im Grow-Handbuch
- Athena verstehen: Systemphilosophie, Pro Line vs. Blended Line, Flat-EC-Konzept und für wen welche Linie passt
- Athena Pro Line im Detail: Pro Core, Pro Grow, Pro Bloom, Pro Balance, Pro Fade – Analyse, Dosierung in g/L, Mischreihenfolge und Wochenplan
- Athena Blended Line im Detail: Grow A/B, Bloom A/B und Zusätze – Dosierung in mL/L, Wochenplan und EC-Ziele für Coco, Steinwolle und Erde
- Crop Steering nach Athena: P0–P3, Dryback-Prozente, Shot-Größen, Runoff und Substrat-EC – automatisiert oder per Hand im Zelt
- Diagnose-Entscheidungsbaum: Mangel, Überschuss, pH-Lockout, Licht-, Hitze- und Wasserstress sicher unterscheiden
- Wasserqualität, pH, EC und Gießtechnik: Dryback, Run-off und Crop Steering
- Eigenanbau in Deutschland: Was das KCanG für drei Pflanzen im Zelt vorschreibt (Stand Oktober 2026)
- Athena im Vergleich mit Living Soil
- Start-Guide für den Grow
Von der Frage zur Auswahl
Bei ein bis drei Töpfen entscheidet nicht die Zahl der Flaschen, sondern ob du jede Gabe nachrechnen und jeden Topf einzeln beurteilen kannst. Dafür reichen eine Produktlinie mit ihrer Tabelle, ein EC- und ein pH-Messgerät, eine Feinwaage oder Dosierspritzen, Stofftöpfe mit freiem Ablauf und ein Medium, das zu deinem Gießrhythmus passt. Bei Verdacht auf Lockout prüfst du zuerst Wurzelraum, EC, pH und Bewässerung, bevor du die Düngermenge veränderst.
Wenn du dein System zusammenstellst, findest du passende Produkte in den Athena-Produkten, pH- und EC-Messgeräten, Stofftöpfen, Coco, Blähton und Perlite sowie im Grow-Zubehör.
Du möchtest vorher klären, welche Komponenten du wirklich brauchst? Vereinbare eine persönliche Beratung im Growzentrum in Grünberg oder schick Zeltmaße, vorhandene Technik und dein Vorhaben per WhatsApp. Beratung und Besuch in Grünberg vereinbaren – Londorfer Straße 14, 35305 Grünberg. Besuch nach Terminabsprache.
Quellen
- Athena, Homegrower-Handbuch: belegt Zyklusstruktur, Homegrow-Blended-Werte und Hinweise zu Klima- und Lichttabellen.
- Athena, Pro-Handwasser-SOP: belegt morgendliche Handbewässerung, Runoff-Richtbereich und Pro-Line-Programmwerte.
- Athena, EC-Leitfaden: erklärt EC, Substrat-EC, Runoff-EC und vergleichbare Probenahme.
- Athena, Leitfaden zu Nährstoffaufnahme und Lockout: beschreibt mögliche Ursachen, Antagonismen und Korrekturrichtung bei hoher Wurzelraum-EC.
- Athena, Übersicht zu Substraten: ordnet Wasserspeicherung und Managementempfindlichkeit verschiedener Medien ein.
- Athena, Präzisionsbewässerungsstrategie (Herstellerdokument, nur über Händlerseiten abrufbar, daher ohne Link): belegt P0–P3-Begriffe, Shot-Spannen und kommerzielle Steuerungswerte (Herstellerangaben).
- Athena, Präzisionsbewässerung: erklärt relative Dryback-Berechnung und Einordnung der Bewässerungsphasen.
- Athena Support, Pro-Line-Konzentratverfahren: belegt das getrennte Ansetzen der Konzentrate und das Auffüllen auf Endvolumen.
- Athena Support, Dosierreferenz für Pro Line: belegt, dass Dosiertabelle und tatsächliche Konzentratstärke zusammenpassen müssen.
- Athena, deutschsprachige Blended-Line-Übersicht: beschreibt das Grundkonzept der flüssigen Blended-Produkte.
- Athena Support – Blended Line Feed Schedules: verweist auf die metrischen Blended-Fütterungspläne mit Dosierungen sowie pH-/EC-Angaben.
Fach- und Produktquellen geprüft am 21.10.2026. Richtwerte sind begründete Praxiskorridore, keine Garantie; Studienergebnisse gelten für die jeweils genannten Bedingungen. Keine Rechtsberatung.
